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dem Eindruck, den ſie beim erſten Sehen auf die Zuſchauer, denen ſie fremd war, machte.— Das etwas Mulattenartige Geſicht der Frau von Staöl, ihre originelle Toilette, ihre vollkommen nackten Schultern, von denen eine oder die andere hätte ſchön ſein können, aber die in ſehr ſchlechter Har⸗ monie eine zur andern ſtanden; dies ganze Enſemble ſchien nur ſehr wenig das Ideal zu verwirklichen, welches ich mir von der Verfaſſerin der Delphine und der Corinna gemacht hatte. Ich hatte beinahe gehofft, in ihr eine der Heroinen, welche ſie ſo herr⸗ lich gezeichnet hat, wieder zu finden, und ich ſtand daher ſprachlos vor Erſtaunen da. Aber, den erſten Schreck einmal überwunden, mußte ich wenigſtens anerkennen, daß ſie ſchöne, ſehr ausdrucksvolle Augen beſitze; doch es ſchien mir unmöglich, eine Stelle für die Liebe in dieſem Geſicht zu finden, und doch ſagte man mir, ſie habe deren ſehr oft eingeflößt.
Als ich der Königin ſpäter mein Erſtaunen mit⸗ theilte, antwortete ſie mir:„Es kommt vielleicht da⸗ her, daß ſie ſelbſt vieler Liebe fähig iſt, daß ſie An⸗ dern ein wenig davon eingeflößt; außerdem fühlt ſich die Eigenliebe der Männer geſchmeichelt, von ſolcher Frau ausgezeichnet zu werden, und endlich, wenn man Frau von Stasl's Geiſt beſitzt, kann man ſich über die Schönheit hinwegſetzen.“ 3
Frau von Staäöl ſtellte ſich zugleich mit vielem Auf⸗ wand dar. Die Königin erkundigte ſich nach ihrer Toch⸗ ter*), die ſie nicht mitgebracht hatte, und die wahr⸗ haft reizend ſein ſollte. Ich glaube, unſere jungen Herren würden noch liebenswürdiger geweſen ſein, den ſchönen Augen der Tochter als denen der Mutter
*) Der nachherigen Herzogin von Broglie.


