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„Benutzen Sie die Gunſt, in der Sie ſtehen,“ ſagte ſie zu ihr,„aber beeilen Sie ſich, denn ſo wie die Sachen hier geleitet werden, fürchte ich, daß man bald die Reſtauration reſtauriren wird.“
„Was verſtehen Sie darunter?“ fragte die Gräfin lächelnd.
„Ich verſtehe darunter, daß, den König ausge⸗ nommen, welcher vielleicht nicht Alles ſagt, was er denkt, die Andern es ſo machen, wie ſie es immer gemacht haben, und Gott weiß, wohin ihre Thor⸗ heiten ſie noch bringen werden! Man moquirt ſich über die alten Soldaten und unterſtützt die jungen Prieſter, das iſt das beſte Mittel, um Frankreich in’s Verderben zu ſtürzen.“
Die Gräfin Ducayla betrachtete dieſe Prophezeihung ihrer geiſtreichen Freundin als eine bloße Wolke, welche die Unzufriedenheit und die getäuſchten ehr⸗ geizigen Wünſche über die ſonſt ſo hellen Augen der Frau von Stasl legten, und lachte ſorglos, nicht ahnend, wie bald ſich ihre Worte erfüllen ſollten.
Frau von Staöël aber tröſtete ſich über ihren ſchlechten Empfang bei Hofe damit, daß ſie die beſte Geſellſchaft von Paris in ihrem Salon empfing, und ſie mit den beißendſten Bonmots und der geiſtvollſten Perſiflage aller der großen Notabilitäten, welche plötz⸗ lich mit ihren unverwüſtlichen Stammbäumen aus dem Nichts und der Vergeſſenheit wieder emporge⸗ ſtiegen waren, unterhielt.
Auch erinnerte ſich Frau von Staöl jetzt in ihrem Dépit der hochherzigen Güte, welche die Königin Hortenſe ihr während ihres Exils bewieſen, und nicht
ihr allein, ſondern auch ihrer Freundin, der Frau
von Recamier, welche von Napoleon gleichfalls exilirt worden, nicht, wie die Feinde des Kaiſers ſagten „weil ſie die Freundin der Frau von Staöël war,“⸗


