Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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„Ich habe Unglück,“ ſagte Frau von Stasl zur Gräfin Ducayla,„Napoleon verabſcheute mich, weil er mir Geiſt zutraute, dieſe hier ſtoßen mich zurück, weil ich wenigſtens den gewöhnlichen Menſchenverſtand habe. Ich freilich kann mich ganz gut ohne ſie be⸗ belfen; aber da ihnen meine Gegenwart mißfällt, will ich mich bemühen, ihnen mein Geld zu entreißen.“

Die„geheiligte Schuld“ war alſo unter dem Kai⸗ ſerreich noch nicht bezahlt, und Frau von Staöl wollte jetzt von dem legitimen König erlangen, was der illegitime Kaiſer ihr verweigert hatte.

Sie kannte ſehr wohl den Einfluß, welchen die Gräfin Ducayla auf König Ludwig XVIII. ausübte, und ſie eilte daher, die ſchöne Gräfin, welche ſie einſt unter ſehr ſeltſamen Umſtänden bei einer romanti⸗

ſchen Liebesintrigue kennen gelernt hatte, aufzuſuchen und mit ihr die damals gelobte Freundſchaft zu er⸗ neuern.

Die Gräfin hatte in der That dieſe Freundſchaft nicht vergeſſen, und ſie war jetzt dankbar für den Dienſt, den Frau von Staöl ihr einſt geleiſtet. Sie verhalf ihr zu der Bezahlung der„geheiligten Schuld,“ Frau von Staöl bekam auf König Ludwig's Befehl ihre Million ausgezahlt.„Aber,“ ſagt die Gräfin Ducayla in ihren Memoiren,„ich glaube, die Wie⸗ dererlangung dieſer Million koſtete der Frau von Staöl viermalhunderttauſend Franes und außerdem einen Schmuck von geſchnittenen Steinen, der mindeſtens hunderttauſend Francs werth war.“

Uebrigens hätte wohl die Börſe und der Schmuck⸗ kaſten der Gräfin Ducayla dieſes ihr nich glaube“ zu einem„ich weiß“ verwandeln können.

Außer den viermalhunderttauſend Franes und dem Schmuck von Camgen gab Frau von Staöl der Gräfin Ducayla auch noch einen guten Rath. 3