Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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Frau von Staëls Rückkehr nach Paris.

Mit der Reſtauration war Frau von Staël heim⸗ gekehrt nach ihrem ſo lange vergeblich erſehnten Frank⸗ reich. Sie kam dahin, dürſtend nach neuem Ruhm und neuer Ehre, und wollte vor allen Dingen den Druck ihres Werkes über Deutſchland, welches die kaiſerliche Polizei ſchon einmal vernichtet hatte, ver⸗ anſtalten. Sie begte die ſchmeichelhafte Hoffnung, der neue Hof werde vergeſſen, daß ſie die Tochter Neckers ſei, und, ſie mit offenen Armen empfangend, ihr den Einſſuß geſtatten, welcher der Regſamkeit ihres Geiſtes und ihrem Genie genehm ſei.

Aber dies war ein Irrthum, von dem ſie bald enttäuſcht werden ſollte. Man empfing ſie am Sofe mit dieſer kalten Hüflichteit,; welche ſchrecklicher iſt als eine Beleidigung. Der Känig, indem er mit ſeinen Vertrauten von ihr ſprach, nannte Frau von Staël „einen Chateaubriand im Unterrock.“— Die Herzo⸗ gin von Angoulèͤme ſchien die berühmte Dichterin niemals zu bemerken, und richtete niemals ein Wort an ſie, der übrige Hof trat Frau von Staöl entgegen, bis an die Zähne bewaffnet mit den alten Vorur⸗ theilen und dem alten Haß.

Frau von Staöël ſuchte auch an dem legitimen Hof vergebens ſich zu einer Bedeutung zu erheben, man blieb dabei, ſie nicht als eine Macht oder einen Rathgeber, ſondern nur als einen bloßen Autor zu behandeln, man lachte über ihre Rathſchläge, man wagte es ſogar, den Ruhm des Herrn Necker anzu⸗

greifen.