Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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— 35— Paris kommen laſſe; ſie würde neue Sottiſen machen, ſie würde mir die Leute meiner Umgebung verderben, ſie würde mir Garat verderben, wie ſie einſt das Tribunal verdorben hat! O, ſie würde freilich alles Mögliche verſprechen, aber ſie würde es doch nicht vermeiden, ſich in die Politik zu miſchen!“ 3

„Sire, ich kann Ew. Majeſtät verſichern, daß meine Mutter ſich durchaus nicht mit der Politik be⸗ ſchäftigt; ihre Neigung zieht ſie ausſchließlich der Ge⸗ ſellſchaft ihrer Freunde und der Literatur zul.“—

„Das iſt das rechte Wort, ich kenne das! Indem man von der Literatur, der Moral, den ſchönen Kün⸗ ſten, von allen möglichen Dingen ſpricht, macht man Politik! Wenn Ihre Mutter in Paris wäre, würde man mir täglich neue Bonmots und Redensarten von ihr hinterbringen; vielleicht würde man ſie ihr nur in den Mund legen; aber ich ſage Ihnen, ich will dergleichen nicht in der Stadt, welche ich bewohne; das Beſte wäre wirklich, ſie ginge nach London, ra⸗ then Sie es ihr doch! Was Ihren Großvater anbe⸗ trifft, ſo habe ich nicht zu viel geſagt; Herr Necker hatte durchaus kein Adminiſtrations⸗Talent. Ich habe ſeit den zehn Jahren, daß ich mich damit beſchäftige, erfahren, was das iſt!— Noch einmal! Sagen Sie Ihrer Mutter, daß ich ihr niemals erlauben werde, nach Paris zu kommen!“

„Würden Ew. Majeſtät nicht mindeſtens, wenn heilige Intereſſen ihre Anweſenheit dort auf einige Tage nothwendig machten“—

„Was? Heilige Intereſſen? Was wollen Sie da⸗ mit ſagen?“

„Die Anweſenheit meiner Mutter, Sire, wird nothwendig ſein, um von der Regierung Eurer Ma⸗ jeſtät die Wiedererſtattung einer geheiligten Schuld zu erlangen!“

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