Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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behaupten, daß ich dieſen Menſchen habe retten wollen? Nun wohl, in dieſer Weiſe hat Herr Necker Ludwig den Sechszehnten vertheidigt. Die Confiscationen, von denen Sie ſprechen, beweiſen nichts! Man hat eben ſo gut Robespierre's Eigenthum confiscirt! Ja, ich ſage es Ihnen, ſelbſt Robespierre, Marat und Danton haben Frankreich nicht ſo viel Unglück ge⸗ bracht als Necker; er iſt es, der die Revolution ge⸗ macht hat. Sie haben ſie nicht geſehen, aber ich war dabei! Ich habe dieſe Zeiten der Schreckniſſe und der öffentlichen Noth mit durchgemacht; aber ſo lange ich lebe, werden ſie nicht wiederkehren, darauf gebe ich Ihnen mein Wort! Ihre Planmacher wer⸗ fen ihre Utopien auf' Papier, Einfältige leſen dieſe Träumereien, man colportirt ſie, man glaubt daran, das allgemeine Glück iſt in Aller Munde und bald darauf hat das Volk kein Brod mehr; es revoltirt, und das iſt die gewöhnliche Frucht all' dieſer ſchönen Theorien! Ihr Großvater trägt die Schuld an den Saturnalien, die Frankreich in Verzweiflung gebracht haben!—

Dann aber nach dieſer heftigen, faſt zornvollen Sprache in einen mildern Ton übergehend, näherte ſich der Kaiſer dem jungen Mann, welcher bleich und in ſichtbarer Aufregung ihm gegenüberſtand. Mit jener bezaubernden Miene von freundlicher Vertraulichkeit, die Niemand ſo gut als Napoleon anzunehmen ver⸗ ſtand, zupfte er ein wenig das Ohrläppchen des jun⸗ gen Mannes, des Kaiſers gewöhnliche Art, wenn er mit denen, welchen er wohl wollte, nach einem Streit Frieden ſchloß.

„Sie ſind noch jung,“ ſagte er,„wenn Sie mein Alter und meine Erfahrungen beſäßen, würden Sie die Dinge anders beurtheilen. Ihre Aufrichtigkeit hat mich nicht verletzt, ſondern mir wohlgefallen; ich

Königin Hortenſe. II. 3