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genialen Gegnerin zugleich als Herrſcher zu ſtrafen vermochte. 6
Er verbannte Frau von Staöl aus Paris, bald ſogar aus Frankreich, und Frau von Staöl, welche ſo bereit geweſen wäre, in Paris als begeiſterte Prie⸗ ſterin die Loblieder ihres„vom Himmel herniederge⸗ ſtiegenen Gottes“ zu ſingen, Frau von Staël ging jetzt in die Fremde als eine Feindin Napoleons, als eine Royaliſtin, welche mit all' ihrer blühenden Be⸗ redtſamkeit, ihrem flammenden Genie Propaganda machte für die vertriebenen, legitimen Bourbonen, und ihrem Feind, dem großen Napoleon, in den Ge⸗ müthern und Meinungen der Menſchen ein unſicht⸗ bares aber nicht minder gefährliches Heer erſchuf.
Den flammenden Ausbrüchen ihres Haſſes gegen Napoleon gab Frau von Staösl bald noch mehr Ge⸗ wicht durch ihren eigenen Ruhm und ihre eigene Größe, und die Dichterin der Corinna und der Delphine ward bald eine eben ſo gewichtige Macht gegen Napoleon als es nur immer England, Rußland oder Oeſterreich ſein konnten.
Aber inmitten der Triumphe, welche Frau von Staël im Auslande feierte, überkam ſie gar bald eine glühende Sehnſucht nach dem Vaterlande, das ſie um ſo leidenſchaftlicher liebte, als ſie gezwungen war, es zu entbehren. Sie bot daher alle ihre Ver⸗ bindungen in Paris auf, um von Napoleon ein Auf⸗ hören ihres Exils zu erwirken, aber der Kaiſer blieb unbeugſam, auch dann noch, als er die Delphine geleſen. 3
„Ich liebe eben ſo wenig,“ ſagte er,„die Frauen, welche ſich zu Männern machen, als die weibiſchen Männer. Jeder hat ſeine angewieſene Rolle in der Welt. Was nutzt dieſes Vagabundiren der Phan⸗ taſie? Was bleibt davon übrig? Nichts! Alles dies


