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ihren Willen haben und ſich Bonaparte nähern, trotz ſeines Widerſtrebens.. Und ſie hatte ihren Willen, ſie wußte alle Schwie⸗
rigkeiten zu beſeitigen, alle Hinderniſſe anfzuheben, und die einerſeits ſo lange gewünſchte, andererſeits ſo lange vermiedene Zuſammenkunft fand endlich ſtatt. — Frau von Staëél ward in die Tuilerieen einge⸗ führt und von Bonaparte und ſeiner Gemahlin em⸗ pfangen. Indeß die perſönliche Erſcheinung der ſonſt ſo geiſtreichen und bedeutenden Frau war wenig ge⸗ eignet, die Vorurtheile Bonaparte's zu beſiegen. Frau von Staöl hatte, wie immer, eine äußerſt geſchmack⸗ loſe und phantaſtiſche Toilette gemacht*) und Napo⸗ leon liebte es ſehr, die Frauen einfach, aber elegant und geſchmackvoll gekleidet zu ſehen. Frau von Staoël ließ in dieſer Unterredung mit Napoleon alle die glänzenden Raketen ihres Witzes ſprühen, und Napo⸗ leon, den ſie dadurch blenden wollte, fand ſich nur dadurch verſtimmt.
*) Von dem Coſtüm, welches Frau von Staël zur Zeit des erſten Conſulats trug, wo ſie es liebte, als Odaliske zu erſcheinen, iſt ſchon weiter oben die Rede geweſen; die Sucht der aufſallenden
und ſeltſamen Toiletten war bei ihr eine Art Mar liebte es ſo ſehr, ſich im Coſtüm zu ſehen, daß ſie deshalb ſogar gern Theatervorſtellungen gab, um zugleich ſich als ſchöne Frau und
als Dichterin zu produciren. Aber ſie ahnte nicht, daß dies „Coſtüm“ gerade ihrer äußeren Erſcheinurg ſehr ungünſtig war, und daß ſie als Actrice trotz ihres erhabenen Geiſtes doch ſelten eine andere Wirkung als die der Lächerlichkeit erregte.— Wäh⸗ rend ihre Aufenthaltes in Wien gab Frau von Staél dort auch Tbeatervorſtellungen vor einem geladenen Publikum. Sie ſpielte zum Beiſpiel in einem kleinen von ihr verfaßten Stück, betitelt: Abraham et Hagar, die Rolle der Hagar. Trotz ihres vortrefflichen Spiels wußte ſie indeß nicht den Eindruck zu verwiſchen, den ihr
orientaliſches Coſtüm auf ihr Publikum machte, und die witzigen
Wiener nannten dies Drama wegen der Häßlichkeit der Hagar Stael nur: la justiſication d'àbraham.


