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rend beſchäftigten, hatte Bonaparte nicht Zeit gefun⸗ den, ſich mit den Dichtwerken der Frau von Staöl zu beſchäftigen, er wußte von ihr weiter nichts, als daß ſie die Tochter des Miniſters Necker ſei, und das war in Bonaxparte's Augen keine Em⸗ pfehlung, denn er hegte wenig Hochachtung für das Genie Neckers, und ging ſogar ſo weit, ihn als den Anſtifter der großen Revolution zu be⸗ zeichnen.
Mit Erſtaunen empfing daher der junge General den enthuſiaſtiſchen Brief der Dichterin, und ihn ſei⸗ nen vertrauten Freunden zeigend, ſagte er achſel⸗ zuckend:„Begreift Ihr etwas von dieſen Extravagan⸗ zen? Dieſe Frau iſt thöricht!“
Aber Frau von Staël ließ ſich von dem kalten Schweigen Bonaparte's nicht zurückſchrecken, ſie ſchrieb immer neue, immer flammendere Briefe.
In einem dieſer Briefe ging ſie in ihrer rückſichts⸗ loſen Begeiſterung ſo weit zu ſagen:„es ſei ein Irr⸗ thum der menſchlichen Inſtitutionen, daß die ſanfte und ruhige Joſephine ihr Schickſal mit dem ſeinigen vereinigt habe; ſie, Frau von Stasl und Bonaparte ſeien für einander geboren, die Natur ſchiene eine Feuerſeele, wie die ihre, zur Anbetung eines Helden, wie er es ſei, geſchaffen zu haben.“
Bonaparte zerknitterte zornig dieſen Brief in ſei⸗ nen Händen, und ihn in das Kaminfeuer werfend, rief er:„Ach, eine ſchöngeiſtige Frau, eine Fabrikantin von Sentiments, wagt es ſich Joſephinen zu ver⸗ gleichen? Ich werde dieſe Briefe nicht beantworten!“
Er beantwortete ſie nicht, aber Frau von Stasl verſtand dieſes Schweigen nicht, oder vielmehr ſie wollte es nicht verſtehen. Wenig geneigt, einen ein⸗ mal gefaßten Entſchluß aufzugeben, und ihre Pläne ſcheitern zu ſehen, wollte Frau von Staöl auch jetzt


