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An der Thür des Kabinets verließ er ſie, und die Gräfin Ducayla trat allein in das Gemach ein, in welchem ſich der Kaiſer befand. Kaum ward ſie ſei⸗ ner anſichtig, als ſie, die Hände ausſtreckend, auf ihre Kniee niederſank.
Sofort eilte der Kaiſer zu ihr hin, um ſie mit ritterlicher Galanterie aufzuheben.
„Was thun Sie?“ fragte er faſt erſchrocken.„Nie⸗ mals hat eine edle Dame vor einem Cavalier ihr Knie zu beugen.“.
„Sire,“ rief die Gräfin,„ich knie vor Ihnen,
weil ich von Ew. Majeſtät das Glück erflehen will, welches Sie allein uns wiederzugeben vermögen; es wird für uns eine doppelte Freude ſein, Ludwig XVIII. wieder zu beſitzen, wenn er uns durch Alexander I. wiedergeſchenkt iſt!“
„Es iſt alſo wahr, daß die Franzoſen der Familie der Bourbonen noch immer zugethan ſind?“
„Ja, Sire, ſie iſt unſere einzige Hoffnung, ihr gehört unſere ganze Liebe!“
„Ah, das iſt vortrefflich,“ rief Alexander,„und ſind alle franzöſiſchen Damen von demſelben Enthu⸗ ſiasmus erfüllt, wie Sie, Madame?“
„In ganz Frankreich ſchlagen alle Herzen dieſer Familie entgegen.“
„Nun, wenn die Sache ſo ſteht, ſo wird es Frank⸗ reich ſein, welches Ludwig XVIII. zurückruft und wir werden nicht nöthig haben, ihn zurückzuführen. Mö⸗ gen die großen Staatskörper ſich ausſprechen und Alles wird gethan ſein!“*)
Die Gräfin Ducayla war ganz die Frau, ein ſol⸗ ches Ausſprechen der großen Staatskörper zu ver⸗ mitteln. Sie beeilte ſich, in ganz Paris die Hoffnun⸗
*) Némoires d'une femme de quulité. Vol. I, p. 179.
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