Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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ben. Sie nahmen nicht Theil an ihrer Freude, aber ſie hinderten ſie auch nicht.

Die Freude der Royaliſten, und beſonders der royaliſtiſchen Damen überſtieg indeſſen faſt die Gren⸗ zen der Schicklichkeit und der eigenen Würde. In dem Fanatisinus ihres Legitimismus bereiteten ſie den Alliirten einen Empfang, der faſt den Charakter einer allgemeinen Liebeserklärung der ſchönen Damen des Faubourg St. Germain gegen alle Soldaten und Officiere der Verbündeten annahm. In einer ſeltſamen Ideenverwirrung ſchienen ihnen dieſe Krie⸗

ger, welche jedenfalls doch als Feinde den Boden

Frankreichs betreten hatten, ſchon ein Theil der ge⸗ liebten Bourbonen zu ſein, und ſie liebten ſie faſt mit derſelben Liebe, die ſie der königlichen Familie darbrachten! Während einiger Tage gehörten ſie mit ihrem Herzen allen Ländern an, nur nicht dem eigenen Vaterland! Ludwig XVIII. ſelbſt war ſehr unzufrieden mit dem Enthuſiasmus der Damen des Faubourg St. Germain und äußerte der Gräfin Ducayla ganz un⸗ verholen ſein Mißvergnügen über das lächerliche und verächtliche Benehmen, welches die Damen in jenen Tagen gezeigt. Er meinte ſogar, daſſelbe hätte ſeiner Sache ſchaden können, da die Nation ſich damals noch nicht vollſtändig für ihn ausgeſprochen habe. Man hätte, ſagte er,den Alliirten gegenüber eine impoſante Zurückhaltung, ohne eitle Demonſtra⸗ tionen, aber auch ohne dieſe unüberlegte Hingebung annehmen ſollen. Ein angemeſſenes, taktvolles Be⸗ tragen würde ihnen Achtung für die Nation einge⸗ flößt haben, während ſie jetzt mit der Ueberzeugung Paris verlaſſen, daß wir noch, wie vor fünfzig Jah⸗ ren, das leichtfertigſte und frivolſte Volk in Europa ſind. Sie beſonders, meine Damen, Sie haben ſich