Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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gegangen, um das Volk zu einigem Enthuſiasmus für das legitime Königshaus anzuregen. Aber das Volk und die Armee hatten noch immer ihre alte Liebe für den Kaiſer bewahrt, und mit ſtummem Schweigen hörte man auf den Straßen der Procla⸗ mation des Fürſten Schwarzenberg zu, welche Herr von Vauvineux vorlas. Die Royaliſten ließen wohl am Ende dieſer Lecture ihr: Vive le roil ertönen, aber das Volk blieb gleichgültig und ſtumm.

Dieſes finſtere Schweigen erſchreckte die Gräfin Ducayla, ſie ahnte unter demſelben ein geheimes Mißvergnügen mit der neuen Ordnung der Dinge verborgen. Sie fühlte, daß man dies ſchweigende Volk anregen und in Feuer bringen müſſe, damit es ſich mit Energie ausſpreche und entſcheide. Durch Worte und Geſchrei hatte man das Volk vergeblich zu enthuſiasmiren geſucht, jetzt wollte die Gräfin verſuchen, durch ein neues Mittel daſſelbe zu allar⸗ miren, es durch ein in die Augen fallendes Symbol zu überraſchen und ihm die weiße Fahne der Bour⸗ bonen zu zeigen!

Sie reichte ihrem Begleiter, dem Grafen von Montmorency, ihr Taſchentuch dar, und ließ es ihn hoch emporſchwenken, ſie befeſtigte es, damit es beſſer vom Volk geſehen werde, an ſeinen Stock. So war denn das an den Spazierſtock eines Montmorency gebundene Taſchentuch der Gräfin Ducayla das erſte royaliſtiſche Banner, das nach zwanzigjährigem Ver⸗ ſchwinden wieder über Paris flatterte.

Die Pariſer ſahen dieſes Banner mit einer Art ſcheuer Ehrfurcht, ſchaudernder Verwunderung, ſie empfingen es nicht mit Beifallsrufen und Vivat⸗ ſchreien, ſie blieben noch immer ſtumm, aber ſie folg⸗ ten doch dem Zuge der Royaliſten, die ſich jauchzend und Vive le roi! ſchreiend auf die Boulevards bega⸗