Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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habe Niemand mehr, um Sie mit hergebrachter Cere⸗ monie empfangen zu können. Mein Vorfaal iſt ganz verödet.

Der Anblick dieſer vereinſamten Frau, dieſer Kö⸗ nigin ohne Krone, ohne Land, ohne Vermögen, ohne Schutz und Beiſtand, welche dennoch mit heiterm Auge und einem ſanften Lächeln in allem Liebreiz der Schönheit und der Weiblichkeit ihm gegenüber ſtand, machte einen tiefen, bewältigenden Eindruck auf den Kaiſer und ſeine Augen füllten ſich mit Thränen.

Die Königin ſah es und beeilte ſich zu ſagen: Aber was thut das? Ich denke nicht, daß die mit vergoldeten Livréen angefüllten Antichambres dieje⸗ nigen, welche kommen, mich zu beſuchen, glücklicher machen würden, und ich ſelber bin glücklich, Ihnen allein die Honneurs meines Hauſes machen zu kön⸗ nen. Ich habe alſo nur gewonnen.

Der Kaiſer nahm ihre Hand und indem er die Königin in ihr Zimmer führte, ſprach er zu ihr mit jenem ſanften, ſchwermüthigen Ausdruck, der ihm eigen war, und beklagte es faſt mit bittern Vorwürfen gegen ſich ſelbſt, daß er mit die Schuld daran trage, daß der Kaiſer und ſeine Familie jetzt ſo unglücklich und vom Schickſal zerſchmettert ſeien. Er beſchwor die Königin ſodann, ihren Entſchluß, Frankreich zu ver⸗ laſſen, aufzugeben und ſich ihrer Mutter und ihren Freunden zu erhalten, er ſagte ihr, daß, indem ſie ſo ihr Vaterland, ihre Freunde und ihre Rechte auf⸗ geben wolle, ſie ſich eines Vergehens gegen ihre eige⸗ nen Kinder ſchuldig machen würde, gegen dieſe bei⸗ den Söhne, welche von ihr ein Vaterland und ein Vermögen zu fordern hätten.

Die Königin mußte endlich von dieſen ſo bered⸗ ten, ſo innigen Vorſtellungen überwunden werden und mit bervorſtürzenden Thränen erklärte ſie ſich