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„Sie müſſen den Kaiſer von Rußland ſehen, weil er es ſo ſehr wünſcht; ich beſchwöre Sie auf meinen Knieen, mir dieſe Gnade zu erweiſen! Dieſer Kaiſer von Rußland benimmt ſich ſo edel, daß er Jedermann Achtung abnöthigt und man vergißt, daß er der Ueber⸗ winder iſt, um ſich nur zu erinnern, daß er der Be⸗ ſchützer iſt. Er ſcheint die Zuflucht aller derer zu ſein, welche Alles verlieren, und für ihre Ruhe fürchten. Sein Benehmen iſt bewundernswürdig; er empfängt nur die unumgänglich nothwendigen und die geſchäft⸗ lichen Beſuche. Die Schönen im Faubourg St. Ger⸗ main können ſich nicht rühmen, daß er ſie allzuſehr aufſucht, was für ihn ein um ſo größeres Verdienſt iſt, als er, wie man ſagt, den Frauen ſehr gewogen iſt.— Er hat zum Prinzen Leopold geſagt, er beab⸗ ſichtige nach Navarra zu gehen, und hat hinzugefügt: „Sie wiſſen, daß ich dieſe Familie liebe und hoch⸗ ſchätze; der Prinz Eugen iſt der Fürſt der Ritter; ich achte die Kaiſerin Joſephine, die Königin Hortenſe
und den Prinzen Eugen um ſo höher als ihr Be⸗ tragen gegen den Kaiſer Napoleon ſo erhaben iſt über dem ſo vieler Anderer, welche ihm mehr Ergebenheit hätten zeigen müſſen.“„Wie ſollte man nicht den Charakter dieſes Mannes, der mit ſo viel Adel der Geſinnung das Gute ſchätzt, hochachten müſſen! Ich hoffe, daß Sie bald ſelbſt darüber urtheilen können. Um Gottes Willen kehren Sie zurück.“
„Louiſe.“
1 Aber all' dieſes Flehen war vergeblich. Herr von Marmold traf die Königin Hortenſe noch in Louis; er übergab ihr die Briefe ihrer Freunde, und fügte alle die Vernunftgründe hinzu, die ſie beſtimmen ſollten, nicht nach Rambouillet zu gehen.
Hortenſe indeß blieb unerſchütterlich bei ihrem


