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Königin mit Kummer und Sorgen, und Fräulein Cochelet hatte nicht ſobald den Brief der Königin, welcher ihr deren nahe bevorſtehende Abreiſe ankün⸗ digte, erhalten, als ſie ſich beeilte an die Königin zu ſchreiben und ſie beſchwor von ihrem Vorſatz abzu⸗ ſtehen. Herr von Marmold, der Stallmeiſter der Königin, eilte ſogleich mit dieſem Brief fort, um ihn der Königin in Louis, wo ſie die Nacht zubringen wollte, zu überbringen, und ſeine Bitten und die fle⸗ henden Grüße aller ihrer Freunde mit denen des Fräuleins zu vereinen.
„Herr von Marmold überbringt Ihnen meinen Brief,“ ſchrieb Fräulein Cochelet,„wenn er noch zu rechter Zeit kommt, findet er Sie in Lonis. Wenn Sie nach Rambouillet gehen, vernichten Sie Ihre ganze Stellung und auch die Ihrer Kinder; das iſt der Schmerzensſchrei aller Ihrer Freunde.— Ich war ſo voll ſeliger Freude, denn der Prinz Leopold hatte Ihnen im Namen des Kaiſers Alexander geſchrieben, und Sie gebeten nach Malmaiſon zu kommen. Sie konnten ſich dieſer Einladung nicht entziehen, da er ſelbſt bis nach Navarra kommen wollte. Statt aber mit der Kaiſerin Joſephine zurückzukehren, wollen Sie ſich mit einer Familie vereinigen, welche Sie nie⸗ mals geliebt hat. Sie werden nur Kummer bei ihnen empfinden, und man wird Ihnen das Opfer nicht danken, welches Sie glauben, ihnen ſchuldig zu ſein. Sie werden dieſen Schritt bereuen, und dann wird es zu ſpät ſein. Ich beſchwöre Sie um die einzige Gnade, gehen Sie nicht nach Rambouillet!“
„Ihr Schritt wird Diejenigen, welche Sie auf⸗ ſuchen, wenig rühren, und die Alliirten, welche Ihnen ſo viel Intereſſe bezeugen, mißvergnügt machen.“
„Die Kaiſerin iſt ganz und gar öſterreichiſch
geſinnt, und man hält ſehr darauf, daß ſie Niemand


