Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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nen, ohne mich denen zu nähern, welche mich auch dann noch für eine Supplikantin halten würden, wenn ich auch nichts von ihnen fordere.

Ich glaube Dir gern, daß der Kaiſer von Ruß⸗ land mir freundlich geſinnt iſt, ich habe ſehr viel Gutes über ihn gehört, ſelbſt vom Kaiſer Napoleon; aber, wenn ich früher begierig war ihn kennen zu lernen, ſo will ich ihn in dieſem Moment doch nicht ſehen; iſt er nicht unſer Beſieger? Alle Deine Freunde müſſen innerlich meinen Entſchluß billigen, was ſie auch darüber ſagen mögen. Die Zurückgezogenheit, die Stille allein iſt mir angemeſſen; wenn Du Deine Freunde genug geſehen haſt, wirſt Du zu mir zurück⸗ kehren, ich werde vielleicht in irgend ein Bad gehen, denn meine Bruſt iſt krank. Ich weiß nicht, ob es die Luft von Navarra macht, aber ſeit ich hier bin, kann ich nicht athmen. Man will hier glauben, daß die großen Begebenheiten mit ihren unvermeidlichen Ge⸗ müthsbewegungen die Urſache davon ſind: man täuſcht ſich, der Tod hat uns Alle verſchont, und der Verluſt einer glänzenden Stellung iſt nicht der herbſte Schmerz des Lebens; überdies, welches perſönliche Glück ver⸗ liere ich denn? Mein Bruder wird, wie ich hoffe, gut und angemeſſen bedacht werden, und er wird ſich keinen Gefahren mehr auszuſetzen haben. Er muß ſehr in Unruhe über uns ſein; doch wage ich nicht ihm zu ſchreiben, denn meine Briefe würden wohl nicht zu ihm gelangen; wenn Du Gelegenheit dazu findeſt, benutze ſie, um ihm zu fagen, daß wir nicht mehr von Gefahren umgeben ſind. Adien, ich em⸗ pfehle Dir noch einmal nichts für mich zu unterneh⸗ men; ich fürchte Deine Lebhaftigkeit und Deine Freundſchaft, und dennoch liebe ich es, auf ſie zu rechnen. Meine Kinder ſind geſund; meine Mutter bekämpft alle meine Pläne, ſie behauptet meiner zu 12