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ſeiner Liebe. Sie erwiderte dieſelbe und ſagte ihm ihre Hand zu. Vergebens riethen ihre mächtigen Freunde Barras und Tallien ihr davon ab, ſich mit dieſem jungen, unbemittelten General zu verbinden, vergebens ſtellten ſie ihr vor, daß er in der erſten Schlacht getödtet werden und ſie zum zweiten Male als arme Wittwe zurückbleiben könnte. Joſephine ſchüttelte mit einem ſeltſamen Lächeln ihr ſchönes Lockenhaupt. Vielleicht dachte ſie an die Prophezeihung der Negerin auf Martinique, vielleicht hatte ſie in den kühnen Feuerblicken Bonaparte's und auf ſeiner breiten gedankenvollen Stirn geleſen, daß er dieſe Prophezeihung zur Wahrheit machen könne, vielleicht liebte ſie ihn glühend genug, um ein äußerlich be⸗ ſchränktes Loos an ſeiner Seite jeder anderen reichen und glänzenden Verbindung vorziehen zu wollen. Die Vorſtellungen ihrer Freunde ſchreckten ſie nicht zurück, ſie blieb entſchloſſen, die Gemahlin des jungen, aber armen Generals zu werden. Der Tag ihrer Verbindung ward feſtgeſetzt, und mit freudiger Unge⸗ duld eilten Beide, ihre kleinen und beſcheidenen Vor⸗ bereitungen zu ihrer neuen„Wirthſchaft“ zu machen. Noch hatte Bonaparte ſeinen Rève de bonheur nicht verwirklichen können, noch beſaß er weder ein Haus noch ein Cabriolet, und auch Joſephine hatte keine Equipage. Sie mußten es ſich alſo Beide gefallen laſſen, oft zu Fuß durch die Straßen zu gehen, und vielleicht empfanden ſie das Beide in dieſer hellen Zeit ihres Glückes weniger als ein Mißgeſchick, denn als eine Gunſt des Schickſals. Das laute Geräuſch der rollenden Räder ſtörte nicht ihr zärtliches und inniges Zwiegeſpräch, man hatte nicht nöthig, durch das Aus⸗ und Einſteigen ſeine ſüßen Plaudereien zu unterbrechen. Arm in Arm ging das Brautpaar durch die Straßen. Er ſtolz lächelnd, wenn die


