Toulon Wunder der Tapferkeit verrichtet, und war dann, zum General befördert, im Auftrage der Re⸗ publik nach Italien zur Armee gegangen. Mit den Lerbeeren ſeiner italieniſchen Siege geſchmückt, war der fünfundzwanzigjährige General nach Frankreich zurückgekehrt. Das Gouvernement, immer noch feind⸗ lich und argwöhniſch gegen ihn geſtimmt, wollte ihn von Paris entfernen und als Brigade⸗Gene⸗ ral der Infanterie nach der Vendée ſenden. Buo⸗ naparte lehnte dieſe Sendung ab, weil er lieber bei der Artillerie zu bleiben wünſchte, und das Gou⸗ vernement der Republik enthob ihn dafür ſeiner Wür⸗ den und ſetzte den jungen General auf Wartegeld.
Buonaparte blieb alſo in Paris und wartete. Er wartete auf den glänzenden Stern, der bald für ihn am Firmament aufgehen und ſeine Strahlen über die ganze Welt ausgießen ſollte. Vielleicht hatten ihm die Stimmen, welche in ſeiner Bruſt von einer glänzenden Zukunft und einer mährchenhaften Hel⸗ denlauſbahn geflüſtert, ſchon den Aufgang ſeines Sterns verkündet.
Buonaparte blieb alſo in Paris und wartete. Er lebte ſtill und in ſich gekehrt dunkle, thatenloſe Tage dahin, nur mit einigen wenigen treuen Freunden verkehrend, die mit tactvoller Schonung ſeiner äuße⸗ ren beſchränkten Lage zu Hülfe kamen. Denn Buo⸗ naparte war arm, er hatte in den Stürmen der Revolution ſein geringes Vermögen verloren und ſein einziges Beſitzthum waren ſeine auf den Schlacht⸗ feldern gewonnenen Lorbeeren und der Halbſold eines Brigade⸗Generals. Aber gleich der Vicomteſſe von Beauharnais hatte Napoleon treue Freunde, welche es ſich zur Ehre rechneten, ihn als Gaſt an ihrem Tiſche zu ſehen, und gleich Joſephinen war er zu arm, um der Sitte gemäß ſein Weißbrot mit zu den


