Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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27— Klugheit, ſondern nur dem Zufall zu verdanken. Sie betrachteten es daher als eine heilige Verpflichtung, mit Denen zu theilen, welche weniger glücklich ge⸗ weſen waren als ſie, und dieſe durften, mit Stolz auf ihre Armuth, welche ein Zeugniß war, daß ſie ſich ſelber und ihrer Geſinnung treu geblieben, an⸗ nehmen, was ihnen die Freundſchaft bot. Es war eine Art Communismus, welche die Revolution aus ihrem gährenden Schooß erzeugt hatte. Die Beſitzen⸗ den hatten die Pflicht, mit den Beſitzloſen zu theilen, und ſolche Theilung anzunehmen war ein gutes Recht, nicht eine empfangene Wohlthat.

Joſephine durfte daher ohne Erröthen die Hülfs⸗ leiſtungen ihrer Freunde annehmen, ſie durfte der Frau v. Montmorin erlauben, für ihre und ihrer Tochter Toilette zu ſorgen, ſie durfte die Einladung der Madame Dumoulin annehmen und zwei Mal wöchentlich bei ihr mit Hortenſen ihr Diner einneh⸗ men. Dort, bei Madame Dumoulin, verſammelte ſich an beſtimmten Tagen eine Anzahl von Freunden, welche die Stürme der Revolution ihres Vermögens beraubt hatte. Madame Dumoulin, die Gattin eines reichen„Fourniers“ der Armee, gab ihren Freunden das Diner, nur mußte Jeder zu demſelben ſein Weiß⸗ brot mitbringen. Das Weißbrot gehörte damals zu den größten Luxus⸗Artikeln, denn da man an Korn Mangel litt, hatte die Republik das Geſetz erlaſſen, daß in allen Sectionen von Paris nur eine beſtimmte

Anzahl von Brot ausgetheilt werden und kein Indi⸗

vidium davon mehr als zwei Unzen beanſpruchen durfte. Es war daher allgemeiner Gebrauch gewor⸗ den, bei allen Einladungen hinzuzufügen;„es wird gebeten, ſein Weißbrot mitzubringen,“ weil man ſich

für Geld ſelbſt nicht mehr zu verſchaffen wußte, als

das, was Einem zuſtand, und was man theuer genug