Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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war, und ihr, wenn auch nur theilweiſe, ihr eingezoge⸗ nes Vermögen wieder herauszugeben. Joſephine hatte Madame Tallien gekannt, als dieſe noch Frau v. Fontenay war, ſie mußte ſich jetzt deſſen erinnern, um ihren Kindern vielleicht das Erbtheil ihres Va⸗ ters zu retten. Madame Tallien, die„Merveilleuse de Luxembourg,“ welche ihre Anbeter auch„Notre Dame de Thermidore“ zu nennen pflegten, fühlte ſich ſehr geſchmeichelt, von einer wirklichen Vicomteſſe, welche am Hofe König Ludwigs ſchon eine glänzende Beachtung gefunden, aufgeſucht zu werden, ſie nahm ſie daher mit zuvorkommender Freundlichkeit auf und bemühte ſich, die ſchöne und liebreizende Vicomteſſe zu ihrer Freundin zu machen.

Aber es war doch nicht ſo leicht, ſeine Güter wieder zu erlangen, als es leicht war, ſie zu verlieren. Die einige und untheilbare Republik war immer ſehr bereit zu nehmen, aber nicht zu geben, und ſelbſt die Freundſchaft der ſchönen Madame Tallien konnte der armen Joſephine nicht ſo bald zur Wiedererlangung ihres Vermögens helfen, wie es ihre Noth erforderte. Und ſie litt wirklich Noth, ſie mußte mit ihren beiden Kindern die ſchwere Schule der Entbehrungen und der Demüthigungen, welche die Armuth mit ſich führt, durchleiden. Aber inmitten ihres Elends blie⸗ ben ihr doch wahre Freunde, Freunde, welche mit zarter Schonung für ſie und ihre Kinder den Tiſch deckten und es als einen Freundſchaftsdienſt erbaten,

für ihre Garderobe ſorgen zu dürfen. Damals über⸗

haupt fühlte man ſich nicht erniedrigt und nicht be⸗ ſchämt, von ſeinen Freunden Wohlthaten anzunehmen. Diejenigen, welche Alles verloren, hatten es nicht durch

ihre Schuld verloren, und Diejenigen, welche aus

dem Schiffbruch aller Verhältniſſe ſich ihr Eigenthum gerettet, hatten das nicht ihrem Verdienſt und ihrer

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