Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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Wunder des Luxus und der Mode offenbarte. Zu ſtolz, um das allgemein adoptirte Coſtüm der grie⸗ chiſchen Republik zu tragen, wählte Madam Tallien ſich das Coſtüm der römiſchen Patricierfrauen, und die goldgeſtickten Purpurgewänder und das goldene Stirnband in ihrem ſchwarzen glänzenden Haar ver⸗ lieh der reizend ſchönen Republikanerin den Glanz einer Imperatorin. Auch hatte ſie einen glänzenden Hof um ſich verſammelt. Jedermann beeiferte ſich, der mächtigen Gemahlin des mächtigen Tallien ſeine Ehrfurcht zu bezeigen und ſich ihr Wohlwollen zu verdienen. Das Haus der Madame Tallien war der Mittelpunkt aller Derer, welche in Paris eine wich⸗ tige Stellung einnahmen oder doch ſie einzunehmen wünſchten. Während man im Salon der Madame Récamier, welche trotz der Republik eine treue Roya⸗ liſtin geblieben war, von der Vergangenheit und der ſchönen Zeit der Bourbonen flüſterte und ſeine geiſt- vollen, oft ſanglanten Bonmots über die Republik machte, während man im Salon der Frau v. Staël den Künſten und Wiſſenſchaften ein Aſyl geöffnet hatte, lebte man im Salon der Madame Tallien nur der Gegenwart und dem Glanz, welchen dieſe über das Leben der Dictatoren Frankreichs ausbreitete. 3 Die Vicomteſſe Joſephine v. Beauharnais indeß lebte mit ihren Kindern in ſtiller Zurückgezogenheit, nur ihrem Gram und ihren Erinnerungen hingegeben. Aber eines Tages mußte ſie ſich auch dieſem letzten Troſt der Unglücklichen, dieſem Nachdenken ihrer Schmerzen entreißen, wenn ſie nicht ihre Kinder dem Elend, dem Hunger Preis geben wollte, eines Tages mußte ſie ſich entſchließen, aus ihrer Einſamkeit her⸗ auszutreten und als eine Bittende ſich Denen gegen⸗ überzuſtellen, welche die Macht hatten, ihr als eine

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Gnade zu gewähren, was doch nur ihr gutes Recht