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daß man wohl auch einmal wieder lachen mochte, man hatte ſo lange in Trauer und Schmerzen gelebt, daß man ſich endlich auch nach einer Zerſtreuung, einer Erheiterung ſehnte. Die ſchönen Frauen von Paris, denen die Guillotine und die Schreckenszeit die Zügel aus der Hand geriſſen und ſie ihres Thro⸗ nes beraubt hatte, fanden jetzt den Muth, dieſe Zü⸗ gel wieder aufzunehmen und die Stelle, von welcher der Sturmwind der Revolution ſie vertrieben, ſich wieder zu erobern. Madame Tallien, die allmächtige Frau eines der fünf Directoren, welche jetzt an der Spitze des Senats und der General⸗Staaten über Frankreich herrſchten; Madame Récamier, die Freun⸗ din aller hervorragenden und ausgezeichneten Männer jener Zeit; und Frau v. Staöl, die Tochter Neckers und die Gemahlin des Geſandten von Schweden, welches Land die franzöſiſche Republik anerkannt hatte: dieſe drei Frauen gaben Paris ſeine Salons, ſeine Réunions, ſeine Feſte, ſeine Moden und ſeinen Luxus wieder. Ganz Paris nahm jetzt wieder eine andere Geſtalt an; und wenn man auch noch öffentlich nicht die Kirche wieder anerkannte, ſo glaubte man doch ſchon wieder an die Exiſtenz Gottes. Robes⸗ pierre ſchon hatte den Muth gehabt, über den Altären der Kirchen, die man bis dahin zum Tempel der Ver⸗ nunft umgeſchaffen, die Inſchrift ſetzen zu laſſen:„Es exiſtirt ein höheres Weſen(un étre suprème)“. Ja, es exiſtirt ein höheres Weſen, und Robespierre, wel⸗ cher das zuerſt anerkannt, ſollte es bald darauf an ſich ſelber erfahren. Von ſeinen eigenen Genoſſen verrathen und angeklagt, daß er ſich zum Dictator aufſchwingen und der neuen römiſch⸗franzöſiſchen Re⸗ publik ein neuer Cäſar ſein wolle, verfiel Robespierre dem Schreckens⸗Tribunal, das er ſelber ins Leben gerufen. Eben damit beſchäftigt, im Hôtel de Ville


