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„Wie denn ganz leiſe? Du haſt doch bis jetzt nicht das mindeſte Geräuſch vernommen?“
„Nein, aber er geht auf den Fußſpitzen durch das Zimmer.“ 1
„Was ſiehſt Du jetzt?“
„Jetzt legt er ſein Geſicht in ſeine beiden Hände, und mir ſcheint, daß er weint.“
„Aber wo hat er ſein Portefeuille gelaſſen?“
„Ah, parbleu, er hat ſein Portefeuille und das Packet mit Haaren in die Taſche des Kleides geſteckt, das da auf dem Bette des Schlafenden liegt.“
„Von welcher Farbe iſt das Kleid?“,
„Das kann ich nicht genau unterſcheiden; es iſt roth oder braun, mit blauem Seidenzeug gefüttert und mit glänzenden Knöpfen beſetzt.“
„Es iſt genug,“ ſagte der Groß⸗Cophta,„geh zu Bett, Kind!“
Er neigte ſich über das Kind und hauchte auf ihre Stirn. Das kleine Mädchen ſchien wie aus einer Betäubung zu erwachen und eilte zu ſeinen Eltern hin, die es hinausführten.
„Der General Beauharnais lebt alſo noch!“ ſagte der Groß Cophta, ſich an Joſephine wendend.
„Ja, er lebt,“ rief ſie ſchmerzvoll,„aber er trifft
ſeine Vorbereitungen zum Tode!“*)
Joſephine hatte ſich nicht getäuſcht. Wenige Tage
8 ſpäter erhielt die Herzogin v. Anville ein Packet
und einen Brief. Ein Gefangener aus La Force, Namens de Segrais, ſandte ihr daſſelbe. Er war der Stubengenoſſe des Generals v. Beauharnais geweſen und hatte am Morgen der Hinrichtung des Generals
*) Dieſe Scene iſt genan nach der Marquiſe v. Créqui dar⸗ geſtellt, welche bei derſelben zugegen war und ſie in ihren Mé- moires, Vol. VI. S. 238 erzählt.


