Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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13 Schulter ſeiner Mutter gelehnt, mit zärtlichen Blicken zu ihm hinſchaute, da vermochte er nicht mehr zu widerſtehen. Mit der kleinen Hortenſe im Arm ſchritt er ſeiner Gemahlin entgegen, und mit einem lauten Freudenſchrei, mit einem ſeligen Gruß der Liebe ſank Joſephine an ſeine Bruſt.

Der Friede war wieder hergeſtellt, und mit neuer Liebe ſchloſſen die wiedervereinten Gatten ſich jetzt inniger wie je an einander. Die Stürme ſchienen für immer ausgetobt zu haben und der Himmel ihres Glückes war rein und wolkenlos. Aber bald ſollte die Revolution ihre verfinſternden Schlagſchatten dar⸗ über hinwerfen.

Der Vicomte von Beauharnais, von dem Adel von Blois als Deputirter in den neuen Staatskörper der Etats gengraux geſandt, legte dieſe Stelle nieder, um ſtatt mit der Zunge, mit dem Schwert für das Vaterland zu kämpfen. Mit dem Grade eines Ge⸗ neral⸗Adjutanten begab er ſich zur Nord⸗Armee, be⸗ gleitet von Joſephinens Segenswünſchen und Thrä⸗ nen. Eine unheilvolle Ahnung ſagte ihr, daß ſie den Gemahl nicht wiederſehen würde, und dieſe Ahnung hatte ſie nicht betrogen. Der Geiſt der Anarchie und des Aufruhrs herrſchte nicht blos im Volk von Paris, ſondern auch im Heer. Die Ariſtokraten, welche man in Paris der Guillotine überlieferte, wur⸗ den auch bei der Armee mit ſcheelen, mißtrauiſchen, gehäſſigen Blicken angeſehen, und der Vicomte von Beauharnais, der auf dem Schlachtfelde von Soiſſons wegen ſeiner Tapferkeit zum commandirenden Gene⸗ ral en chef avancirt war, ward bald darauf von ſeinen eigenen Officieren als ein Feind des Vater⸗ landes und der neuen Ordnung der Dinge angeklagt. Man verhaftete ihn und führte ihn als Gefangenen nach Paris zurück, wo er in dem Gefängniß des