Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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thigungen, die ſie von ihrem Gemahl erduldet; die alte Liebe erwachte wieder in ihr, und da es ſein konnte, daß morgen ſchon der Tod an ihre Thür klopfte, wollte ſie das Heute noch zu einer Verſöh⸗ nung mit dem Gemahl, zu einem Wiederſehn mit ihrem Sohne benutzen.

Aber alle ihre Bemühungen um eine Annäherung, alle Schritte zu einer Verſöhnung waren vergeblich. Der Vicomte hatte dieſe Flucht nach Martinique als einen zu tiefen Schimpf, eine zu harte Grauſamkeit empfunden, um jetzt, nach zwei Jahren der Abweſen⸗ heit, in eine Verſöhnung mit ſeiner Gemahlin willi⸗ gen zu können. Theilnehmende Freunde vermittelten endlich eine Zuſammenkunft der beiden Gatten, von der indeß der Vicomte nicht zuvor unterrichtet wor⸗ den. Sein Zorn war daher groß, als er, der Ein⸗ ladung des Grafen von Montmorin folgend, in deſſen Salon trat und dort ſeine ſo hartnäckig und zorn⸗ voll gemiedene Gattin Joſephine fand. Er wollte entfliehen, den Salon verlaſſen, da ſtürzte ein rei⸗ zendes Kind mit ausgebreiteten Armen zu ihm hin, da rief eine ſilberhelle Stimme ihn mit zärtlichem Gruß, und der Vicomte, bezaubert von dieſen Klän⸗ gen, hatte nicht mehr die Kraft zu fliehen. Er ſchloß ſein Kind, ſeine Hortenſe, in ſeine Arme, er drückte ſie feſt, feſt an ſeine Bruſt, und als das Kind jetzt mit einem reizenden Lächeln flehte:nun küſſe auch Mama, wie du mich geküßt haſt, als er vor ſich das von Thränen bethaute ſchöne Antlitz Joſephi⸗ nens ſah, als er die Stimme ſeines Vaters hörte, welcher zu ihm ſagte:mein Sohn, verſöhne Dich mit meiner Tochter! Joſephine iſt auch meine Toch⸗ ter, und ich würde ſie nicht ſo nennen, wenn ſie deſſen nicht würdig wäre, als er ſeinen Sohn Engone ſah, der, ſein edles, ſchönes Antlitz an die