Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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nes langherabfallendes Haar gewährte, das ſie wie in einen dichten ſchwarzen Schleier einhüllte, ſo ſtand die junge Vicomteſſe Joſephine von Beauharnais in der Mitte der ſie anſtaunenden Männer dal

Einige der auf dem Schiffe befindlichen Damen ſtanden ihr indeß hülfreich bei, und kaum war ihre Toilette geordnet, als Joſephine verlangte, an's Land zurück gebracht zu werden, um zu ihrer Mutter eilen zu können. Aber der Capitain widerſetzte ſich dieſem Verlangen, er wollte das junge Weib nicht den Mord⸗ brennern in die Hände liefern, welche da am Lande ſengten und mordeten, und deren Wuthgeheul man deutlich auf dem Schiffe vernehmen konnte. Die ganze Küſte, ſo weit das Auge reichte, ſchien ſich in ein zweites Meer, ein Meer von Gluth und Flam⸗ men verwandelt zu haben, das ſeine ſpritzenden Wo⸗ gen in hohen Garben zum dunklen Nachthimmel empor ſchleuderte. Es war ein furchtbarer, entſetz⸗ licher Anblick, und vor ihm rettete ſich Joſephine an das Lager ihrer ſchlummernden kleinen Tochter. An ihrem Bettchen niederknieend, hob ſie ihr von Thrä⸗ nen überfluthetes Antlitz zum Himmel empor und

flehte zu Gott, ſich ihrer Mutter zu erbarmen.

Das Schiff lichtete die Anker, es entfernte ſich weiter und immer weiter von dieſer flammenden Küſte. Joſephine ſtand auf dem Verdeck und blickte hinüber nach der brennenden Wohnung ihrer Mut⸗ ter, die mehr und mehr ihren Augen ſich entzog, jetzt nur noch wie ein kleiner Stern dort drüben am Horizont dämmerte und dann verſchwand. Mit die⸗ ſem Stern war ihre Kindheit und ihre Vergangen⸗ heit hinabgeſunken ins Meer, und eine neue Welt, eine neue Zukunft erwartete Mutter und Kind. Die Vergangenheit war, wie die Schiffe des Columbus, hinter ihr abgebrannt, aber ſie warf doch noch einen