Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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er zu ihr ein unerſchütterliches Vertrauen hegen ſolle. Ihr Stolz empörte ſich gegen ſeinen Argwohn, wie ſeine Eiferſucht ſich gegen ihre anſcheinende Leichtfer⸗ tigkeit, und Beide würden ſie willig trotz der Liebe, welche ſie im Grunde ihres Herzens für einander empfanden, ihre Ehe getrennt haben, wenn nicht ihre Kinder ihnen dieſe Trennung unmöglich gemacht hät⸗ ten. Dieſe Kinder waren ein Sohn, Eugéne, und eine um vier Jahre jüngere Tochter, Hortenſia. Beide Aeltern liebten dieſe Kinder mit leidenſchaftlicher Zärt⸗ ichkeit, und oft, wenn im Beiſein der Kinder irgend eine dieſer ſtürmiſchen Eheſcenen ſtattgefunden, ge⸗ nügte ein bittendes Wort Eugenes, eine Schmei⸗ chelei der kleinen Hortenſe, um die beiden Gatten, deren Zorn immer doch nichts weiter war, als zür⸗ nende Liebe, mit einander zu verſöhnen.

Aber dieſe ehelichen Stürme wurden mit der Zeit heftiger, und jetzt war Eugene nicht mehr da, um ſeiner kleinen Schweſter beizuſtehen, dieſe traurigen Zwiſtigkeiten ihrer Aeltern zu verſöhnen. Der Vi⸗ comte hatte den kleinen, jetzt ſieben Jahre alten Eugeène in ein Penſionat gethan, und die kleine Hortenſe, durch die Abweſenheit ihres Bruders muthlos ge⸗ macht, hatte nicht mehr die Mittel, dieſe Stürme, die zwiſchen ihren Aeltern tobten, zu beſchwichtigen; ſie floh geängſtigt und ſcheu bei dieſen heftigen Sce⸗ nen in irgend eine einſame Ecke und weinte da vor Angſt und Schmerz über ein Unglück, deſſen Größe ihr armes kleines Kinderherz doch nicht zu faſſen vermochte.

In dieſer ſchlimmen und ſturmvollen Zeit erhielt die junge Vicomteſſe Joſephine einen Brief aus Mar⸗ tinique. Madame Taſcher de la Pagerie ſchilderte in demſelben ihrer Tochter die Schreckniſſe ihrer Ein⸗ ſamkeit in ihrem großen ſchweigenden Hauſe, in