ihrem Herzen wohl, Andern Leiden erſparen und
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Königin, wie die Ehrenſalven über dem Grabe eines tapfern Kriegers.— Sie hat viel gekämpft, die unglückliche und lie⸗ benswürdige Königin, aber immer iſt ſie tapfer ge⸗ blieben, und immer hat ſie den Muth der Frauen bewahrt, den Muth: des Lächelns unter Thränen. Ihr Vater ſtarb auf dem Schaffot, ihre Mutter, die doppelt entthronte Kaiſerin, am gebrochenen Herzen, ihr Stiefvater, der Kaiſer Napoleon, auf einer ein⸗ ſamen Felſeninſel; flüchtig und gemieden irrte ihre ganze Familie, irrten alle die entthronten Könige und Königinnen umher, verbannt aus ihrem Vaterlande, der Gnade Derer, welchen ſie einſt Gnade erwieſen, kaum ein Fleckchen Erde abringend, wo ſie in ſtiller Verborgenheit, fern dem Weltgetriebe, ihren großen Erinnerungen und ihren großen Schmerzen leben konnten. Ihre Vergangenheit lag hinter ihnen, wie ein goldſchimmerndes Mährchen, an welches jetzt Nie⸗ mand mehr glaubte, und nur die Gegenwart ſchien den Menſchen und den Völkern eine willkommene Wirklichkeit, die ſie mit giftigem Stachel den ent⸗ thronten Napoleoniden an die Stirn heften wollten. — Und trotz all dieſer Schmerzen und dieſer Demü⸗ thigungen hatte Hortenſia den Muth, die Menſchen nicht zu haſſen und ihre Kinder zu lehren, die Men⸗ ſchen zu lieben und ihnen wohlzuthun. Das Herz der entthronten Königin blutete aus tauſend Wunden, aber ſie ließ dieſe Wunden nicht verharrſchen und ihr Herz ſich nicht unter den breiten Narben ausge⸗ bluteter Schmerzen verhärten. Sie liebte ihre Schmer⸗ zen und ihre Wunden und hielt ſie offen mit ihren Thränen, aber eben weil ſie gränzenlos litt, that es
ihre Schmerzen ſänftigen zu können. So war ihr Leben ein ſtetes Wohlthun, und als ſie ſtarb, konnte


