Dieſe Frömmigkeit war nur eine Maske geweſen, jetzt zeigte man wieder ſein wahres Angeſicht, jetzt ſün⸗ digte man, jetzt liebte man wieder. Der König ver⸗ gaß ſeine Betbrudermiene und ſein Händefalten, der König fühlte ſich wieder jung, wieder glücklich, wes⸗ halb ſollte er alſo beten und ſich kaſteien?
Die frommen Prieſter erzitterten, die Marquiſe Main⸗ tenon rang die Hände, und weinte, die Marquiſe Montespan zürnte und ſchwur Rache!
Weſſen war die Rache? Wer übte ſie? Thaten es die frommen Prieſter, die weinende Maintenon, oder die zürnende Montespan? Oder vereinigten ſich dieſe Drei zu einem gemeinſamen Werke?
Gewiß iſt, daß dieſe Rache geübt ward, ſei es nun von den Prieſtern Gottes, von der Prieſterin der Tu⸗ gend, oder von der Prieſterim der Liebe!
Prieſterhände waren im Spiel!
Nach einem kurzen Jahre des Entzückens für den König, der neuen Bedrückung für das Volk,— denn die Herzogin von Fontanges bekam vom Könige mo⸗ natlich zweimalhunderttauſend Livres— nach einem kurzen Jahre berauſchender Freude ſtarb die junge Her⸗


