Teil eines Werkes 
3. Theil (1849)
Entstehung
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Aber trotz dieſer ergebungsvollen Frömmigkeit, dieſer bußfertigen, zerknirſchten Reue hatte Ludwig zuweilen noch Rückfälle, die weder von der frommen Tugend der Marquiſe Maintenon, noch von dem Zürnen des Beichtvaters La Chaiſe konnten unſchädlich gemacht werden! Seine Zärtlichkeit für die Marquiſe Mon⸗ tespan erwachte noch zuweilen, und eines Tages, als er das ſchöne Fräulein von Fontanges geſehen, fühlte ſich Ludwig noch einmal wieder jung werden, fühlte er, daß er noch einer glühenden, Alles vergeſſenden, Alles überwindenden Liebe fähig ſei.

Er achtete jetzt weder der Drohungen ſeines Beicht⸗ vaters, noch der Thränen der tugendhaften Marquiſe Maintenon, noch auch der Verzweiflung der Marquiſe

Montespan! Er hörte nichts von den Verwünſchun⸗

gen ſeines Volkes, und den heimlichen, flehenden Ge⸗ beten ſeiner Gemahlin.

Er liebte das Fräulein von Fontanges, und ſte ward ſeine Geliebte. Auf eine kurze Zeit nahm der Hof wieder eine andere Geſtalt an. Da gab es wieder Feſte, da ertönte wieder Geſang und Freude, da herrſchte wieder die Luſt und Ueppigkeit, das Entzücken und die Freude!