Teil eines Werkes 
3. Theil (1849)
Entstehung
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Gnade des Königs ſtand auf dem Spiele. Welches konnte die rechte, dem Könige wohlgefällige Antwort ſein? Sollte er den Prieſter verdammen, oder ſollte er ſeine Rede gut heißen? Was war es, was der König wollte?

Sire, ſtammelte der Herzog von Montauzier, ich weiß nicht, dieſe Rede iſt

Sie iſt eben ſo wahr, als vortrefflich! ſagte der König.

Oh, ich finde ſte ſublime! rief der Herzog aufathmend. Ich hörte nie etwas Erhabeneres! 6

Und die Prieſter, immer angefeuert von La Chaiſe, wurden immer ſtürmiſcher, immer wilder in ihren Ver⸗ wünſchungen, in ihren Flüchen. Ein verwegener und tollkühner Jeſuit wagte es ſogar, indem er die Worte Nathan's, welche er zu dem ehebrecheriſchen Könige Salomon geſprochen, erklärte, ſich unmittelbar auf den anweſenden, und ſeiner Rede mit Andacht lauſchenden König zu beziehen. Er ſtellte das furchtbare Ver⸗ brechen eines königlichen Ehebruches in den entſetzlich⸗ ſten Farben dar, und indem er ſeine Hand erhob, und ſie gegen Ludwig den Vierzehnten ausſtreckte, rief er zu wiederholten Malen: tu es ille vir!