Teil eines Werkes 
3. Theil (1849)
Entstehung
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Ein Schauder durchlief die Reihen der Höflinge. Dies war eine ſo unerhörte Beleidigung der königlichen Majeſtät, ein ſo unverzeihlicher Frevel, daß Alle zitter⸗

ten, und es ſchon für ein Unglück, und ein ſtrafwür⸗ diges Vergehen erachteten, dieſer Beſchimpfung ihres Königs nur beigewohnt zu haben.

Tu es ille vir, wiederholte der Prieſter, auf den König zeigend.

Was bedeuten denn dieſe Worte? fragte Ludwig ſeinen Oberhofmeiſter.

Sire, ich habe ſie nicht verſtanden! Majeſtät wiſſen, daß ich etwas ſchlecht höre! ſtotterte der entſetzte Ober⸗ hofmeiſter. 3

Und der König richtete ſeine Frage an jeden Ein⸗ zelnen ſeiner Cavaliere. Er war ſehr begierig, was dieſe unmittelbar an ihn gerichteten Worte bedeuten möchten!

Aber keiner ſeiner Cavaliere konnte ihm darüber Auskunft geben! Der Eine entſchuldigte ſich damit, er habe nicht zugehört, der Andere meinte, er verſtehe

kein Latein. Nun, Ihr ſeid ein Gelehrter, Ihr werdet mir dieſe Worte überſetzen! ſagte der König zum Herzog von