Und der König, welcher einſt Annart wegen ähnlicher Drohungen entlaſſen, er ſchwieg zu den zornvollen Worten La Chaiſe's, denn er hatte nicht mehr die Kraft, ſich ſeiner geiſtigen Herrſchaft zu entziehen, und La Chaiſe hatte einen Bundesgenoſſen, deſſen ſanfte und einſchmeichelnde Stimme dieſelben Gedanken, nur in milderen Formen ausſprach, als der Beichtvater.
Dieſer Bundesgenoſſe war die Marquiſe Maintenon, die dem König durch ihre Tugend eben ſo ſehr impo⸗ nirte, als ſie durch ihren Geiſt ihn feſſelte und unter⸗ hielt. Wenn er, matt gehetzt von den Vorwürfen und der Leidenſchaft der Marquiſe Montespan, oder bis in den Tod gelangweilt von ſeiner frommen, geiſtloſen Gemahlin, oder den Vorträgen ſeiner Miniſter, zur Marquiſe Maintenon kam, fand er bei ihr ſtets ein heiteres, liebevolles Geſicht, eine geiſtvolle, pikante Un⸗ terhaltung, eine willkommene Zerſtreuung. Es war ein ſtilles Glück, ein ſeliger Friede, der ihn in ihrer Nähe umfing, und aufathmend fühlte ſich der König geborgen in einem Hafen der Ruhe!
Ruhe! Das war das Einzige, wornach der König jetzt allein nur noch Verlangen trug. Nicht umſonſt hatte La Chaiſe ihm einſt geſtattet, ſich wild hinein⸗


