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wenn ſie der wirklichen Königin, der armen, gebeugten Maria Thereſia bei den Hoffeſten begegnete, ging ſie ſtolz und achtlos, ohne ſie zu begrüßen, an ihr vor⸗ über.
Hier jedoch hatte die kluge Athenais von Montes⸗ pan ſich verrechnet. Man hatte murrend geſchwiegen, ſo lange der König und die Marquiſe ihre doppelt ehebrecheriſche Liebe mindeſtens noch ſchamvoll verbar⸗ gen. Man empörte ſich laut, als die Marquiſe ohne Erröthen es laut bekannte, daß ſte die Geliebte des Königs, die Muͤtter ſeiner Kinder ſei!
Die empörte Geiſtlichkeit donnerte von den Kanzeln herab gegen die ſchamloſe Ehebrecherin, und La Chaiſe ließ keinen Tag vorüber gehen, ohne dem König zu drohen mit dem Strafgerichte des Himmels, und dem Zorn eines rächenden Gottes! Er erinnerte den Kö⸗ nig daran, daß er nur dann ihm die Vergebung des Himmels verheißen habe, wenn Ludwig mindeſtens es vermeide, der Welt ein Aergerniß zu geben, und einen Schleier lege über dies ehebrecheriſche Verhältniß, aber jetzt, da man ohne Scheu und Scham auch dieſe letzte Hülle hatte ſinken laſſen, jetzt drohte er mit ewiger Verdammniß, und ſicherm, unvermeidlichen Verderben!


