Teil eines Werkes 
2. Theil (1849)
Entstehung
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kelfarbiges Seidenkleid umgab ihre ſchlanke Geſtalt und reichte bis zum Halſe hinauf. Eine Spitzenkrauſe um⸗ gab den Hals und umzog dieſen ſchönen, edlen Kopf wie mit einem durchſichtigen Rahmen.

Es war ein ſeltſamer Contraſt, dieſe beſcheidene, ſtreng verhüllte, einfache Frau zu ſehen, gegenüber die⸗ ſen blendenden Schönheiten, in der ganzen unverhüll⸗ ten Pracht ihrer Reize.

Sie wirkte grade durch die Einfachheit und die be⸗ ſcheidene Würde ihrer Erſcheinung. Man würde ſie vielleicht überſehen haben, wäre ſie gekleidet geweſen wie die Uebrigen, man zeichnete ſie aus, weil ſie eben ein ſchneidender Contraſt zu den Uebrigen war.

Uebrigens zeigte das ruhige und ſchöne Geſicht Fran⸗ coiſens weder Verlegenheit, noch Scheu, ſie fühlte ſich ganz in ihrer Sphäre, durchaus nicht überraſcht.

Der König ſchritt ihr entgegen, und ſeine Stimme

erhebend, ſagte er laut: Seid mir willkommen, Mar⸗

quiſe von Maintenon. Ich begrüße Euch mit Freu⸗ den in dieſem Kreiſe, und bitte Euch, daß Ihr in dem⸗ ſelben niemals fehlen möget! Meine Damen und Her⸗ ren, der König ſtellt Ihnen eine neue Dame unſers