Hofes vor, heißen Sie, gleich mir, die Marquiſe von Maintenon willkommen.*)—
Der Hof ſtand anfangs wie erſtarrt vor Erſtaunen und Beſtürzung, aber der König hatte befohlen, man mußte daher natürlich dem Könige gehorchen!
Man umringte die neue Marquiſe Maintenon, man wünſchte ihr Glück zu ihrer Erhebung, man pries ihre Tugend, man ſchwur, daß man ſie immer hochgeehrt, ſie immer geliebt habe! 1
Der Hof ahnte, daß hier ein neues Geſtirn auf⸗ gehen würde, und Niemand wollte der Letzte ſein, es als Sonne zu begrüßen.
Die Marquiſe Athenais von Montespan war einen Augenblick vergeſſen und in den Hintergrund gedrängt. Sie lehnte bleich und von ſeltſamen Ahnungen gepei⸗ nigt in einer Fenſterniſche, und als ſie ſah, mit wel⸗ cher Zärtlichkeit die Damen die neue Marquiſe um⸗ ringten, wie demuthsvoll und entzückt die Herren ſich vor ihr neigten, trat ein ſtolzes, verachtungsvolles Lächeln auf die Lippen der Marquiſe Montespan.
Elendes, verächtliches Gewürm dieſer Hofſchranzen,
*) Mémoires de la Marquise de Maintenon. Vol. II.


