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Brief, und eilte ihn abzuſchreiben, um ihn noch in dieſer Nacht an den König zu ſenden*).
Der König war ebenſo erſtaunt, als überraſcht von dieſem Briefe, er las ihn wieder, und immer wieder, und als um die Mittagszeit des folgenden Tages ſein Beichtvater La Chaiſe zu ihm kam, ſagte er: ehrwür⸗ diger Vater, Ihr müßt mir eine Buße auferlegen, denn ich habe heute eine heilige Pflicht verſäumt, welche, getreulich zu erfüllen, ich Euch gelobt hatte! Ich habe heute morgen nicht mein Tagewerk damit begonnen, in dieſen heiligen Gebetbüchern zu leſen, welche Ihr mir gegeben, ſondern ich habe heute ſtatt der Gebete einen Liebesbrief geleſen, und ich geſtehe zu meiner Schande, daß ich mehr Luſt und Freude dabei empfunden, als wenn ich Gebete geleſen! Legt mir alſo eine Buße auf! Aber damit ſie nicht zu hart ſei, und Ihr eine Entſchuldigung für mich findet, lest zuvor dieſen Brief!
Und der König reichte dem Beichtvater den Brief der Marquiſe Montespan dar.
La Chaiſe las ihn ſchweigend und mit großer Auf⸗ merkſamkeit.
*) Mémoires du Comte de Maurepas. Vol. I. pag. 12.


