— 327—
Die Marquiſe brach in ein lautes, ſpöttiſches Ge⸗ lächter aus.
Nun, ſagte ſie, wolltet Ihr ihn etwa für Euch ſel⸗ ber ſchreiben, meine gottergebene Heilige?
Francoiſe antwortete nichts, aber ſie warf auf Athe⸗ nais einen ſo flammenden, vielſagenden Blick, daß dieſe unwillkührlich erbebte.
In der That, Frangoiſe hatte die Wahrheit geſagt, ſte hatte noch niemals einen Liebesbrief geſchrieben, und ihrem zum Aberglauben geneigten Sinne ſchien es von der glücklichſten Vorbedeutung, daß ihr erſter Liebesbrief an den König gerichtet war, vhndoh im Namen einer Andern.
Sie übernahm es daher, dieſen Brief zu ſchreiben, und ſie ſchrieb ihn mit all' der Grazie und Feinheit, mit dem funkelnden Witze, und dem ſcharfen Verſtande, der ihr eigen war. Vielleicht war es, weil ſie noch niemals einen Liebesbrief geſchrieben, daß er ſich von allen andern derartigen unterſchied, daß er ſo pikant und doch zart, ſo zärtlich und glühend, und doch nicht empfindſam war.
Athenais von Montespan war entzückt über dieſen


