Teil eines Werkes 
2. Theil (1849)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Königs eben ſo ſehr verletzt, als Ludwig ſich von ihrer Heiterkeit verletzt fühlte.

Sie machte ihm daher, als der König allein mit ihr war, heftige Vorwürfe, ſie überließ ſich ganz ihrem ſtolzen und herrſchſüchtigen Temperament, und ganz hingeriſſen von der heftigſten Eiferſucht, beſchuldigte ſte den König in erbitterem Tone der Treuloſigkeit und Perfidie.

Der König hörte ihr lange ſchweigend zu, er war ſolcher Streitigkeiten ſchon gewohnt geworden, aber er verglich in dieſem Augenblick die Marquiſe Montes⸗ pan, dieſe heftige, herrſchſüchtige und ehrgeizige Frau mit Luiſe La Vallière, dieſem ſanften, ergebenen und liebenden Mädchen, welches er ihr geopfert hatte, und er fragte ſich leiſe, ob Athenais dieſes Opfers wohl werth geweſen?

Wahrlich, ſagte er dann laut, Ihr habt wohl ein Recht auf die arme Luiſe eiferſüchtig und neidiſch zu ſein, denn ſie beſitzt eine Tugend, welche Ihr niemals erreichen könnt! 3

Und welches, Sire, iſt dieſe große, Neid verdienende Tugend?

Es iſt Luiſen's wahre und treue Liebe! ſagte der

21*