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gebenden Liebe, die nicht durch die leiſeſte Untreue oder Leichtfertigkeit war verletzt worden. Man bewunderte ſte jetzt, indem man ſie zugleich bemitleidete, und der König empfand eine Art Reue, wenn er dieſes ſo un⸗ ſchuldigen, ſo reinen und tugendhaften jungen Mäd⸗ chens gedachte, welches Luiſe La Valliore einſt gewe⸗ ſen, und deſſen Unſchuld er ſeiner glühenden Liebe, deſſen Glück er ſeiner rückſichtsloſen Unbeſtändigkeit ge⸗ opfert hatte.
Und während alle Damen eine betrübte und trau⸗ rige Miene zeigten, während die Königin ſelbſt öffent⸗ lich bei Tafel mitleidsvolle Thränen vergoß über das Schickſal und den harten Entſchluß der armen Luiſe La Valliere, konnte Athenais von Montespan nicht dieſe triumphirende Freude über die endliche Entfer⸗ nung ihrer Nebenbuhlerin verbergen. Sie war daher in der heiterſten Laune, ihr Mund ſprudelte über von den beißendſten und launigſten Sarkasmen und Witz⸗ worten, welche den König unter andern Umſtänden würden ſehr erheitert haben, über welche er heute aber mißmuthig die Stirne runzelte.
Athenais fuͤhlte ſich aber von der Verſtimmung des


