— 321— a, ich will es zu erlangen ſuchen! rief Frangoiſe
uhn. Sprecht Ihr für mich mit Louvois! Das werde ich, in dieſer Stunde noch! Dieſes
zendie Maintenon muß Euer werden um jeden Preis!
Aber es meine Mittel überſteigt? iagt Fran⸗ coiſe ſchüchtern.
Dann müßt Ihr Euch ſchon darin ergeben, meine Schuldnerin zu werden, ſagte La Chaiſe lächelnd, und
entfernte ſich, um zu Louvois zu gehen.
Es war am Abend dieſes Tages, als die Mar⸗ quiſe von Montespan unruhig in ihrem Boudoir auf und abging. Der König war heute weniger zärtlich, weniger zuvorkommend geweſen, als ſie ihn ſonſt zu ſehen gewohnt war. Er hatte zwar auch triftigen Grund ein wenig ſinnend und nachdenklich zu ſein, denn Luiſe La Vallière, endlich erliegend dieſen Qua⸗ len der Eiferſucht und ganz zermartert von den Schmer⸗ zen einer nicht mehr erwiderten Liebe, hatte heute plötz⸗ lich den Hof verlaſſen, und ſich in ein Kloſter bege⸗
ben.— Der Hof, welchem ſie weder mehr zu ſchaden
noch zu nützen vermochte, erinnerte ſich jetzt nur noch
ihrer Liebenswürdigkeit und Anmuth, ihrer treuen, hin⸗ II. 21


