Teil eines Werkes 
2. Theil (1849)
Entstehung
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König. Ihr, Marquiſe, würdet wahrlich nicht in ein Kloſter gehen, wenn ich Euch verließe! Luiſe La Val⸗ liere liebte ihren Ludwig, aber ich fürchte, Marquiſe, Ihr liebt nur den König!

So ſprechend verließ Ludwig der Vierjehnte ſchnell das Zimmer ſeiner Geliebten, und ließ ſie erſtaunt, und von ſeltſamen Ahnungen gepeinigt, allein.

Der König hatte geſagt,Ihr würdet nicht in ein Kloſter gehen, wenn ich Euch verließe, der König dachte alſo an die, wenn auch noch ſo entfernte Mög⸗ lichkeit, er könne ſte Jemals verlaſſen, es ſchien ihm dies nicht eine ganz undenkbare, gar nicht auszu⸗ ſprechende Fabel! Mein Gott, ſie hatte Niemals an dieſe Möglichkeit gedacht, ihr hatte das ſo fern gele⸗ gen, wie der Himmel von der Erde!

Sie zitterte jetzt vor einem unbekannten Schreckniß, ſie ſah dunkle und entſetzliche Bilder vor ihrem innern Auge aufſteigen, und ganz gepeinigt und geängſtigt von dieſen Bildern, ging ſie in wilder Haſt in ihrem Boudoir auf und ab.

Endlich entſchloß ſie ſich, an den König zu ſchrei⸗ ben, ihm in einem glühenden, zärtlichen Briefe ihre zu jedem Opfer bereiten Liebe zu verſichen.