Teil eines Werkes 
2. Theil (1849)
Entstehung
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12 gehen. Ich fürchte nicht mehr, Euch Beiden zu Ver⸗ trauten dieſes Geheimniſſes zu machen!

Und ſich leicht auf den Arm des Cardinals lehnend, führte ſie ihn durch die andere Thüre. La Chaiſe folgte, und während ſie durch die Säle dahin gingen, blickte die Signora wie zufällig einmal um. La Chaiſe,

der hinter ihr ging, hob drei Finger ſeiner Rechten

empor. Die Signora nickte leicht mit dem Kopf, ſie

wußte jetzt, daß ſie in der dritten Stunde der Nacht

ihren Geliebten erwarten dürfe! Sie ſtanden vor der geheimen Thür. Der Cardinal hielt noch immer mit feierlichem Ernſte

das Glas Limonade in der Hand.

Die Marcheſa drückte an die geheime Feder, und da Marianna den Riegel zurück geſchoben hatte, flog die Thüre auf, ohne auch nur das kleinſte Geräuſch zu verurſachen.

Der Marcheſe, welcher feſt umſchlungen von Ma⸗ rianna's Armen auf den Polſtern lag, hörte nichts.

Aber plötzlich neigte ſich Marianna dichter an ſein Ohr und flüſterte: elender Betrüger, ſchmachvoller Ver⸗ räther, ſiehe jetzt, wie Marianna ſich rächt! Blicke empor und ſiehe!