Teil eines Werkes 
2. Theil (1849)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

(

Die Signora grüßte leicht mit dem ſchönen, von dunklen Locken umwallten Haupte, aber ſie fand in ihrer innern Bewegung nicht die Kraft zu ſprechen.

Und wer hat es gewagt, Euch einzulaſſen? fragte der Cardinal.

Eine Perſon, welche durch Reue wieder gut machen möchte, was ſie verbrach. Eine Perſon, deren Herz heute, als an dem heiligen Vorabende des Oſterfeſtes, zerknirſcht ward von dem Gefühl ihrer Sündhaftigkeit, und die, als ſie unter Strömen von Thränen mir ihre Verbrechen bekannt, mich zugleich autoriſirte, das hei⸗ lige Geheimniß der Beichte zu brechen, und indem ich ihre Bekenntniſſe Ihnen mittheilte, die Unſchuld zu retten, welche ſie verderben wollte.

Wer iſt dieſe Perſon? fragte der Cardinal erſtaunt.

Es iſt die Kammerfrau der Signor del Caniglio, es iſt Marianna!

Mariannal rief die Signora ſchmerzlich. Marianna hätte mich verrathen?

Es iſt nicht wahr! Es iſt eine Lüge! rief der Car⸗ dinal. Man kennt die Schlauheit der Jeſuiten, man weiß, wie klug ſie ſelber den Kopf aus der Schlinge zu ziehen, und Andere darin zu verwickeln wiſſen!