Der Gemahl meiner Herrin hat mir ſo lange ge⸗ ſchworen, daß er mich liebe, bis ich es ihm zuletzt geglaubt habe, fuhr Marianna leiſe und zögernd fort. Dennoch widerſtand ich ſeiner Liebe, denn ich bin ein ſittſames Mädchen und halte auf meine Ehre. Aber es gab ſeitdem eine Stimme in meinem Herzen, die flüſterte Tag und Nacht: wenn Deine Herrin nicht wäre, wenn ſie ſtürbe, oder der Papſt dieſe Ehe trennte, und den Dispens zu einer neuen gäbe, dann könnte ich meiner Herrin Gemahl heirathen, und eine ſehr vornehme, ſehr reiche Frau werden! Sehen Sie, ehr⸗ würdiger Vater, dieſe Stimme, welche mir ſolche Worte zuflüſterte, ſie wollte gar nicht ſchweigen, und übrigens wiederholt mir der Marcheſe jeden Tag: Marianna, mache daß meine Gemahlin ſtirbt, oder gieb mir ſolche Beweiſe ihrer Untreue, daß ich mich von ihr ſcheiden laſſen kann, und Du wirſt meine zweite Gemahlin. Denn den Dispens vom Papſte werden wir ſchon erhalten!
Und Du glaubteſt dem Marcheſe? fragte der Pater.
Ich glaubte ihm, ich glaube ihm noch, denn ich liebe ihn! ſagte das Mädchen innig.
Du liebſt ihn! Das iſt ein Ehebruch!
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