Teil eines Werkes 
1. Theil (1849)
Entstehung
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Sprich, meine Tochter!

Das traurige Mädchen unterdrückte ihre Thränen, und neigte ihre Lippen dichter an das Sprachgitter. La Chaiſe fühlte ihren warmen Athem ſeine Wange fächeln, und in dieſem Augenblick fand er es ſehr an⸗ genehm, Beichtvater zu ſein.

Was werde ich erſt empfinden, wenn der Athem einer Königin ſo meine Wange ſtreift, dachte er.

Ja, ich habe ein ſehr großes Verbrechen begangen, ſeufzte Marianna noch einmal, und jetzt, indem ich es bekennen will, fühle ich, daß mir dazu der Muth fehlt, und ich zittere!

Die Gnade des Herrn iſt groß, bekenne alſo, meine

Tochter! ſagte La Chaiſe, mühſam ſeine Ungeduld ver⸗ bergend. Ach, ehrwürdiger Vater, ich habe eine Herrin, die voll Güte und Liebe gegen mich iſt, die mich überhäuft mit Wohlthaten, und der ich ewig dankbar ſein ſollte! Und dennoch, mein Vater, dennoch habe ich ſie ver⸗ rathen, und ſie nicht allein unglücklich gemacht, ſondern auch es verſchuldet, daß ihr Leben in Gefahr iſt!

Weiter! weiter! rief La Chaiſe ungeduldig, als Marianna ſchluchzend ſchwieg.