Teil eines Werkes 
1. Theil (1849)
Entstehung
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eine gnädige Abſolution und eine vollkommene Verge⸗

bung ihrer Sünden zuzuſichern.

Dank dieſem humanen Entſchluß war kaum eine Stunde vergangen, als Marianna in den Beichtſtuhl ſchlüpfte, und den frommen Vater begrüßte, der ſein Geſicht verhüllt hatte, und den ſie für Niemand anders

hielt, als für ihren Beichtvater, den alten Giralomo.

Marianna zeigte ſich ſehr zerknirſcht, ſehr reuevoll.

Ich habe, ſagte ſie, in dieſer Woche mehr denn zwanzigmal gelogen! Ich habe außerdem ſieben Men⸗ ſchen in meinem Herzen geflucht, und zehn ſchöͤnen Weibern, die ich um ihre Schonheit beneidete, den Tod gewünſcht*). Mein Vater, legt mir eine Buße auf für dieſe Sünde!

Du biſt zu ſtrenge gegen Dich, meine Tochter, flü⸗ ſterte der Beichtvater. Für dieſe Sünden der weib⸗ lichen Schwäche abſolvire ich Dich!

Ach, aber ich that Schlimmeres, ſeufzte die Kammer⸗ zofe. Ich habe ein großes Verbrechen begangen in dieſer Woche. G

Und überwältigt vielleicht von augenblicklichen Ge⸗ wiſſensbiſſen ſchwieg Marianna und weinte.

*) Vie du Père La Chaise. Tome II. I. 21