Teil eines Werkes 
1. Theil (1849)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

.— 281—

alles Volk auf die Gaſſe trieb, und überall ein uner⸗ hörtes Erſtaunen erregte. Dem Zuge voran, auf einem weißen Pferde ritt ein achtzigjähriger Greis von ehr⸗ furchtgebietendem königlichen Anſehen. Seine Tracht war das ſchwarze Gewand des Jeſuiten, aber ſein Kopf war, der Ordensregel zuwider, ungeſchoren, und das lange Silberhaar des Greiſen hing ihm in wallen⸗ den Locken bis auf die Schulter herab, und umgab dieſes Weisheit ſtrahlende, heitere Angeſicht wie mit einem Heiligenſchein. Ein langer, bis auf den Gür⸗ tel reichender Bart vollendete das ehrfurchtgebietende Anſehen des Greiſen. Hinter ihm, auf einem muthi⸗ gen Rappen ſah man einen jungen Mann, deſſen außergewöhnliche Tracht beſonders die Bewunderung unn das Staunen der guten Römer erregte. Er trug ein weißes, reich mit Gold geſticktes Atlasgewand, dem ſich lange weite Pantalons von gleicher Farbe und von gleichem Stoffe anſchloſſen. Um ſeine Schultern hing in künſtlichſtem Faltenwurf ein Mantel von purpur⸗ rothem Sammet, auf jeder Schulter mit einer Agraffe von köſtlichen Diamanten befeſtigt, und das runde Schwerdt, das an der Hüfte des Jünglings hernieder hing, blitzte von Gold und flimmernden Cdelſteinen.