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ihrem Neid, fliehen Sie, fliehen Sie die Welt, welche voll Falſchheit iſt und Sünde, in welcher die Tugend nur ein leeres Wort, ein hohler Name iſt!
Ich ſchauderte, ich rang die Hände, ich fühlte mich grenzenlos verlaſſen, grenzenlos einſam. Es ward Nacht in mir, eine kalte, troſtloſe Nacht, ich verachtete die Welt, die Menſchen, ich war allein!—
Natalie ſenkte ihr Haupt auf ihre Bruſt und ſchwieg. Eine lange Pauſe trat ein, dann hob ſie ihr Angeſicht wieder empor und ſagte mit ſtrahlenden Augen: es war Nacht in mir! Aber es kam die Sonne, und ver⸗ ſcheuchte die Schatten und das Dunkel, und Alles ward Glanz und Licht,— dieſe Sonne, es war die Liebe!— Weißt Du, was das iſt, die Liebe? fragte ſie mich mit einem entzückten Lächeln, und dann fuhr ſie faſt verächtlich fort: o nein, Du weißt es nicht, Du biſt ein Kind des Nordens! Da ſtockt das Blut, da kennt man die Liebe nur dem Namen nach! Ich aber, ich bin das Kind der Italienerin, ich ſah Richard und ich liebte ihn, und meine Liebe war wie die Gluth der Lava, die in den Flammen des Veſuv's empor⸗ ſchäumt, und in einem Feuermeer ſich über das ganze Daſein ergießt. Ich ſah Richard, und wie ein Phönir


