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unter ſie aus, und eine neue ſelige Freude zog in mein Herz ein, es war die Freude des Wohlthuns! Aber Anſelmo zeigte mir, daß ich betrogen war, auf's Neue betrogen, er zeigte mir, daß die Blinden nicht blind, die Lahmen nicht lahm, daß die Kranken und die Krüppel mit geſunden Gliedern hohnlachten über das thörichte Mädchen, die in argloſem Vertrauen ihnen ſo reichliche Gaben geſpendet.
Schaudernd entfloh ich in die Einſamkeit meiner Ge⸗ mächer, ich hatte den Glauben verloren,— das Miß⸗ trauen mit ſeinem Alles vergiftenden Stachel zog ein in meine Seele.
Aber ich weinte noch, ich rang noch die Hände in bitterm Schmerz über mein verlorenes Vertrauen!
Die Tugend kann keine Chimäre ſein, ſchrie ich ver⸗ zweifelnd, es giebt gewiß gute Menſchen, treue Freunde, redliche Arme, ich nur, ich kenne ſie nicht!
Es giebt keine Tugend in der Welt, Alles iſt Heu⸗ chelei, Alles iſt Lüge, ſagte Anſelmo. Wenige ſind auserkoren die Idee der Tugend auf Erden zu vertre⸗ ten, Sie gehören zu dieſen, und darum wehe über Sie, denn Schmach und Unglück wird Ihr Theil ſein! Die Welt wird Sie verfolgen mit ihrem Haſſe und


